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"Lettre de Jérusalem" - Der Brief aus Jerusalem
Neben den Spanish Prisoner (Spanische Gefangene), gibt es noch eine zweite Geschichte: Lettre de Jérusalem (Französich).
Der Begriff "Brief aus Jerusalem" (Lettre de Jérusalem) bezeichnet einen Betrug, der in Frankreich Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts seinen Lauf nahm,
und dessen Mechanismen Eugène-François Vidocq in seinem Buch "Die Betrüger" ("Les Voleurs"), aufdeckt.

Die meisten Täter dieses Betrugs waren im Straflager von Toulon oder in dem Gefängnis von Bicêtre, in der Nähe von Paris, inhaftiert.
Entlang der Mauer von Bicêtre verlief eine "Rue de Jérusalem", der Begriff soll daher stammen.
Der Betrug bestand darin, eine Reihe von Briefen, die dem Opfer geschickt wurden, nicht um Geld von ihm zu verlangen,
zumindest in der ersten Zeit, sondern um vorzutäuschen, ihm welches anzubieten.

Dies geschah nach einem sehr geschickten, unglaublichen Szenario, welches sich im Laufe der Episoden immer weiter entwickelte.
Dieser Betrug ähnelt durch die psychologischen Vorgehensweisen der Spanish Prisoner ("Spanische Gefangene") (la prisonnière espagnole) und dem Betrug "à la ramanisc".
Die Briefe aus Jerusalem haben weiter gelebt und wurden im 19. Jahrhundert von verschiedenen Betrügern nachgeahmt.
Ende des 20. Jahrhunderts bekamen sie einen neuen Aufschwung im Internet mit dem Betrug 4-1-9 (419 scam -> About § 419 fraud / Über § 419 Betrug).


Le Malheureux Cloquemin Sous les Verroux, 1830, stellt den Transport in Ketten von Bicêtre zum Bagno dar.

Zitat
L'expression lettre de Jérusalem désigne une escroquerie lancée en France à la fin du XVIIIe siècle et au début du XIXe siècle,
et dont Vidocq démonte les mécanismes dans son ouvrage Les Voleurs.
La plupart des auteurs de cette escroquerie étaient incarcérés au bagne de Toulon ou détenus à la prison de Bicêtre, à proximité de Paris.
C'est de ce dernier endroit que viendrait le nom, car une « rue de Jérusalem » longeait les murs de Bicêtre.

La fraude consistait en une série de lettres adressées à la victime non pas pour lui réclamer de l'argent, du moins dans un tout premier temps,
mais pour feindre de lui en proposer selon un scénario d'une riche qualité romanesque qui ne manquait pas de se développer au fil des épisodes.

Cette escroquerie s’apparente, par les ressorts psychologiques sur lesquels elle joue, à la prisonnière espagnole et au vol à la ramastic.

Loin de rester sans postérité, les lettres de Jérusalem ont inspiré différents escrocs au XIXe siècle, puis, à partir de la fin du XXe siècle,
elles ont connu une nouvelle vie sur Internet avec la fraude 4-1-9.


Inhalt
 1. Die Ursprünge
2. Der Musterbrief
3. Der Betrug

1. Die Ursprünge

Das Buch von Vidocq – Les voleurs (Die Betrüger) – erschien 1836, und hat als Untertitel:
"Ein Buch, das die Listen aller Gauner enthüllt und ist dazu bestimmt, das Vademekum aller ehrlichen Menschen zu werden."
Die Absicht des ehemaligen "Gauners", der während der Restauration Chef der nationalen Sicherheit wurde, sind die Sitten und Gebräuche der Übeltäter jeder Art,
angefangen mit ihrem Slang (argot) bis zu ihren detaillierten Betrügereien (oder "arcats"), den "ehrlichen Menschen" zu lehren.

Unter diesen Betrügereien haben die "Briefe aus Jerusalem" einen besonderen Stellenwert.
Nach Vidocq haben diese Briefe ihren Ursprung während der französischen Revolution.
Um genauer zu sein, sie bedienen sich der Sehnsucht, die viele Franzosen nach dem alten System empfanden.

Er schreibt: "Die Ereignisse unserer Revolution haben die Briefe aus Jerusalem mit sich gebracht (…).
Ab Anfang 1789 bis zu dem Jahr VI der Republik sind beträchtliche Summen als Ergebnis der Briefe aus Jerusalem
in die verschiedenen Gefängnisse des Seine-Bezirks und besonders in Bicêtre einbezahlt worden."

Die Betrüger "suchten sich diejenigen aus, die die alte Ordnung bedauerten und von denen sie glaubten, sie seien imstande,
durch die Hoffnung ein günstiges Geschäft zu machen, sich verführen zu lassen."
Vidocq schreibt dann einen Musterbrief aus Jerusalem, in dem er diejenigen Briefe, die er las oder selber bekam, als Vorlage nimmt.

2. Der Musterbrief:

Zitat
„Mein Herr,

„Der Vicomte von ***, der Graf von ***, der Marquis von *** (man pflegte den Namen einer bekannten und kürzlich verbannten Persönlichkeit zu benutzen) zu Diensten dessen ich als Kammerdiener war, entschied sich zu flüchten vor der Wut seiner Feinde, der Revolutionären; wir retteten uns, aber wir wurden sozusagen auf der Spur verfolgt und wurden festgenommen, als wir noch nicht sehr weit von Ihrer Stadt waren; wir wurden gezwungen, unseren Wagen, unsere Koffer, also unser ganzes Gepäck, liegen zu lassen; wir konnten dennoch eine kleine Truhe, in der sich der Schmuck von Madame befand und 30.000 Francs, retten; aber da wir fürchteten, in Besitz dieser Gegenstände festgenommen zu werden, begaben wir uns in einen abgelegenen Ort, jedoch nicht weit von demjenigen, wo wir gezwungen wurden zu halten; nachdem wir den Plan gezeichnet hatten, begruben wir unseren Schatz, dann verkleideten wir uns, gingen in Ihre Stadt und fanden in dem Hotel *** Unterkunft. (…)

„Sie kennen wahrscheinlich die Einzelheiten der Festnahme meines tugendhaften Herren und auch seines traurigen Endes. Ich hatte mehr Glück als er und konnte Deutschland erreichen. Aber das grauenhafteste Elend hat mich bestürmt und ich entschloss mich, nach Frankreich zurück zu kommen. Ich wurde festgenommen und nach Paris geführt; aufgrund eines falschen Passes wurde ich an die Ketten gelegt und jetzt nach einer langen und grausamen Krankheit befinde ich mich in dem Krankenrevier von Bicêtre. Bevor ich nach Frankreich zurück kehrte hatte ich vorsichtshalber den Plan, um den es geht, in dem Futter eines Koffers versteckt, der sich glücklicherweise noch in meinem Besitz befindet. In der furchtbaren Lage, in der ich bin, glaube ich, ohne verurteilt zu werden, einen Teil der in der Nähe Ihrer Stadt begrabenen Summe, verwenden zu dürfen. Unter vielen Namen, die wir, mein Herr und ich, in dem Hotel gesammelt haben, entscheide ich mich für Sie. Ich habe nicht die Ehre, Sie persönlich zu kennen, aber der Ruf der Integrität und Güte, den Sie in Ihrer Stadt genießen, ist für mich eine sichere Garantie dafür, dass Sie die Mission, womit ich Sie beauftragen möchte, sehr gern erfüllen werden, und das Sie sich gegenüber einem armen Gefangenen, der nur auf Gott und auf Sie vertraut, ehrenhaft zeigen werden.

„Ich bitte Sie darum mein Herr, mich wissen zu lassen, ob Sie mein Angebot annehmen. Wenn ich dieses Glück hätte, wenn es Ihnen genehm ist, würde ich Mittel und Wege finden, um Ihnen den Plan zukommen zu lassen, so dass Sie
nur noch die Truhe ausgraben bräuchten; Sie würden deren Inhalt in Ihren Händen behalten; Sie würden mir nur das, was ich, um meine unglückliche Situation zu erleichtern brauchen würde, zukommen lassen.

„Ich bin, usw.“


3. Der Betrug

Diese Briefe waren alle "nach demselben Muster nachgeahmt" und sehr häufig.
Nach Vidocq "eine sehr große Menge davon verließ täglich die Gefängnisse des Seine - Bezirks."
Und es passierte oft, dass einer davon "in die Hände von jemandem fiel, der aus reiner Menschenliebe,
oder in der Hoffnung sich alles oder einen Teil des Schatzes zu eigen zu machen (…) dem Gefangenen antwortete", anders gesagt, das Opfer (le pantre in argot).

Vidocq fährt fort: "Wenn die Antwort des pantre den arcasineur erreichte, schrieb dieser sofort, er segne den Himmel dafür,
dass er ihm ermöglicht hatte, dass die erste Person, an die er sich gewendet hatte, so gütig sei, um an seinen Leiden Anteil zu nehmen;
er war bereit, sagte er, ihm den Plan zu schicken, der ihn in seiner Suche führen sollte; aber es war momentan unmöglich, da er,
um auf seine ersten Bedürfnisse zu kommen, seinen Koffer mit Inhalt seinem Pfleger gegeben hatte, als Garantie für eine Summe von …
(die Summe war immer im Verhältnis zu dem vermutlichen Reichtum, zu der man schrieb).

Aber dennoch fügte der arcasineur am Ende hinzu, wenn Sie so gütig wären, mir die Summe, die ich meinem Pfleger schulde, zu schicken,
werde ich Ihnen dann den Plan und alle notwendigen Hinweise sofort schicken."
Das Prinzip bestand darin, die Existenz eines Schatzes darzustellen, dessen der Betrüger der legitime Verwahrer (oder Eigentümer) war und zu dem er aus nicht verschuldeten –
dennoch immer ehrenwerten Gründen - keinen Zugang hatte.

Auf diese Weise setzte sich der Vorgang in Gang: durch die Aussicht auf diesem vorübergehend unerreichbaren Schatzes geködert,
gab zunächst der pantre Geld aus, um seinem unglücklichen Brieffreund zu ermöglichen, den Koffer, worin sich angeblich der Plan befand, zurück zu bekommen.
Der arcasineur brachte danach immer weitere Vorwände, um die Unmöglichkeit zu rechtfertigen, den Koffer oder den Plan in seinen Besitz zu bekommen und verlangte jedes Mal erneut einen Geldbetrag.


A Bagnard, or prisoner in the Bagne of Toulon, early 19th century. (Source: Museum of Fort Balaguier)



Übersetzung Frau Yannick Prunier-Jackwerth All rights reserved 2017 (Exklusiv für Scambaiter-Deutschland)
Yannick Prunier-Jackwerth © Scambaiter-Deutschland 2006 - 2017
Quelle: Wikipedia Vorschussbetrug
Lettre de Jérusalem (Französich).


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