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Die vergessene Öl-Katastrophe

#1 von Dana , 15.07.2010 08:00

Gestern abend lief im Auslandsjournal beim ZDF ein Beitrag über die Ölverseuchung in Nigeria. Dor fließt die gleiche Menge an Öl in die Flüsse und den Boden wie bei der Katastrophe der Exxon Valdez. Mit dem Unterschied, dass in Nigeria diese Menge Jahr für Jahr für Jahr austritt.

Hier geht es zum Beitrag: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavi...ophe-in-Nigeria


auslandsjournal

Die vergessene Katastrophe

Fünf Jahrzehnte Öl-Pest in Nigeria

Während die Vorfälle im Golf von Mexiko für Schlagzeilen sorgen, ist eine andere verheerende Öl-Katastrophe längst in Vergessenheit geraten: Das einst so fruchtbare Niger-Delta im Süden Nigerias versinkt im Öl alter Bohranlagen.

"Wir fahren jetzt nach Goi-Creek. Die einzige Einnahmequelle der Leute dort ist der Fisch. Und der ist weg", erklärt uns der Menschenrechtler und Aktivist Celestine Akpobari und ergänzt: "Die Leute dort werden sterben, genau wie die Fische." Im ganzen Nigerdelta im Süden Nigerias müssen die Fischer immer weiter raus fahren und kommen doch oft mit leeren Netzen zurück. Auf den Feldern der Bauern liegt überall der Ölschlamm. Es ist nicht viel, was hier noch wächst. An unzähligen Stellen leckt Öl aus den veraltenden Pipelines. Unfälle, bei denen die Ölleitungen platzen oder explodieren, sind hier seit über 50 Jahren traurige Gewohnheit. Tag und Nacht fackeln die Ölförderer das Gas ab und verpesten so auch noch die Luft.

Fünf Jahrzehnte Öl-Pest

Seit 1958 mit der Ölförderung im Nigerdelta begonnen wurde, verschmutzen jährlich 13 Millionen Barrel das Land und die Küste - jedes Jahr die Menge des Exxon-Valdez-Unglücks. Doch im Gegensatz zu der Tragödie im Golf von Mexiko löst das, was hier seit 50 Jahren passiert, kaum noch internationale Empörung aus. Vor gut 15 Jahren stand Shell einmal kurz am Pranger.

Shell gilt vielen als einer der Hauptschuldigen der Verschmutzung. Der Ölriese macht seit 1936 Geschäfte in Nigeria und betreibt dort viele Bohranlagen, bei denen es häufig zu Unfällen kam. Zudem wird der Konzern beschuldigt, die brutale Vorgehensweise der damaligen Militärdiktatur gegen friedliche Demonstranten unterstützt oder zumindest toleriert zu haben. Die Demonstranten wollten erreichen, dass die Ölförderer die Verschmutzung stoppen und die Schäden sanieren. Außerdem setzten sie sich dafür ein, dass die Bevölkerung an den Einnahmen der Ölindustrie beteiligt wird. In einem spektakulären Prozess wurden die Führer dieser Bewegung 1995 zum Tode verurteilt und wenig später erhängt.

Aus Protest wurde Geschäft

Das alles verschwand nach einiger Zeit wieder aus den Schlagzeilen, doch die Situation hat sich seitdem nicht verbessert. Das Gas, das bei der Erdölbohrung austritt, wird, obwohl das verboten ist, einfach abgefackelt. Hierbei entstehen Schwermetalle und Treibhausgase, die dann in Form von saurem Regen das Grundwasser verseuchen. Zwar zahlen die Ölunternehmen heute Milliarden Beträge an die Regierung. Geld, das dringend gebraucht wird, um die zerfallene Infrastruktur aufzubauen und die entstandenen Schäden zu bereinigen. Aber der Großteil dieser Zahlungen versickert nach wie vor in den Taschen korrupter Politiker und Militärs.

Aus der friedlichen Bewegung zum Umweltschutz und gegen die Ausbeutung wurde inzwischen ein bewaffneter Kampf. Heute gibt es neben der MEND (Bewegung für die Emanzipation des Nigerdeltas) noch weitere Rebellengruppen, die schon lange nicht mehr die ursprünglichen Ziele verfolgen. Denn längst ist aus dem Protest ein schmutziges Geschäft geworden. Die Rebellen sabotieren Pipelines, um der Regierung und den Konzernen ihre Macht zu beweisen und verpesten dabei selbst das Land. Sie zapfen die Ölleitungen an und verkaufen das gestohlene Öl auf dem Schwarzmarkt. Immer wieder werden Mitarbeiter der Öl- und Gasindustrie entführt und erst gegen Lösegeld freigelassen. Mitunter herrschen kriegsähnliche Zustände im Nigerdelta.

Shell ist sich durchaus bewusst, dass es ein Teil dieses blutigen Konflikts ist. Mit sozialem Engagement versucht das Unternehmen seinen Ruf zu verbessern, die Lage im Delta zu stabilisieren und somit auch die eigenen Arbeitsbedingungen zu erleichtern. Denn schon jetzt kann aufgrund der unstabilen Lage immer weniger Öl gefördert werden.

"Alles verseucht"

Nigeria ist ein trauriges Beispiel, wie Reichtum arm machen kann. Denn obwohl es eines der zehn erdölreichsten Länder der Erde ist, liegt die Lebenserwartung bei nur circa 47 Jahren. Ob sich Umwelt und Gesellschaft jemals von den entstandenen Schäden erholen können, ist fraglich. Während die Folgen der Katastrophe im Golf von Mexiko noch nicht abzusehen sind, bedarf es in Nigeria keiner Spekulation. "Hier standen früher Mangrovenwälder, mit riesigen Krabbenschwärmen, mit Fischen." sagt Celestine Akpobari, "Das alles gibt es seit ein paar Jahren nicht mehr. Wegen der Ölpest. Alles verseucht." Fünf Jahrzehnte Ölpest haben aus dem einst sehr fruchtbaren Nigerdelta eine lebensfeindliche Region gemacht.

Mit Material von ZDF


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RE: Die vergessene Öl-Katastrophe

#2 von Scambaiterjupp , 16.07.2010 00:11

Liebe Dana,
vielen Dank für diesen Beittrag.
Auch wenn unsere Mugus eine Abreibung verdient haben, sollten wir nicht vergessen unter welchen Umständen der Großteil der Bevölkerung in diesen Ländern nicht zuletzt durch die Schuld der westlichenWelt leben muß.
Eugenia


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RE: Die vergessene Öl-Katastrophe

#3 von Jay , 16.07.2010 23:09

Jep. Guter Beitrag. Man hört halt in unseren Medien gar nix drüber.

Schätze mal unsere Mugus werden durch diese Katastrophe weniger geschädigt, sondern eher Leute, die ihr Geld mit ehrlicher Arbeit wie Fischfang etc. verdienen. Umso tragischer.



 
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RE: Die vergessene Öl-Katastrophe

#4 von Dana , 17.07.2010 09:00

Ja, es hat mit unserem Thema nicht viel zu tun, aber es verdeutlicht, wie der Staat mit den Problemen umgeht, nämlich gar nicht. Es ist nur wichtig, dass Geld fließt, die eigene Bevölkerung interessiert nicht. Dies ist ein ideales Umfeld für Kriminalität. Wenn Du die richtigen Leute schmierst, dann ist alles erlaubt. Ich habe noch ein altes Video auf Youtube gefunden, das es sehr gut verdeutlicht. Den Sound stellt man dabei am Besten ab, aber der Text ist sehr aufschlussreich.


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RE: Die vergessene Öl-Katastrophe

#5 von Sam , 17.07.2010 10:43

Thx! Da verwundert es kaum, dass Nigeria die Wiege des Vorschussbetrugs war.....wobei natürlich weltweit jede Menge krasse Dinge laufen, die nur durch Geld-und Machtgier verursacht werden...


 
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RE: Die vergessene Öl-Katastrophe

#6 von Dana , 15.08.2010 23:34


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RE: Die vergessene Öl-Katastrophe

#7 von Dana , 15.08.2010 23:59


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